Der Regisseur Lars von Trier versteht es in einem minimalistischen Stil Filme zu drehen und doch eine großartige Wirkung bei den Zuschauern zu erzielen und sie in einen Bann zu ziehen. Die Meinungen über Dogville fallen von Grund auf unterschiedlich aus, denn die einen lieben ihn, die anderen möchten das Kino am liebsten verlassen.
Der erste Anschein trügt, denn in der kleinen amerikanischen Stadt geht es nicht so ruhig zu, wie es zunächst aussieht.
Lars von Trier baut auf die Fantasie und Vorstellungen der Zuschauer, denn der Film wurde auf das Notwendigste begrenzt und erinnert an das Epische Theater von Bertholt Brecht. Eine weitere Parallele zu Brecht findet sich mit dem Lied Seeräuberjenny, welches aus seiner Dreigroschenoper stammt. Außerdem kann ein Vergleich zu dem Stück Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt gezogen werden. Natürlich ist der Film nicht mit einer Theateraufführung zu vergleichen, zeigt jedoch verschiedene Muster, die durchaus einen Vergleich zulässt und das Publikum in seinen Bann zieht.
Empfindungen und Gefühle der Menschen sind dem Regisseur wichtig, was daran zu erkennen ist, dass er oft in die Halbnahe geht. Die Kamera schwebt über den Boden, wirkt teilweise fast hektisch, zeigt verwackelte Bilder und Szenen.
Ich werde mir den Film demnächst mal wieder in der Videothek ausleihen. Bei Dogville gibt es viel zu entdecken. Kleinigkeiten, die dem Regisseur wertvoll erschienen, sind oft nicht beim ersten Ansehen zu erkennen. Und genau deshalb ist dieser Film spannend.